Nebenkosten

Die Kalkulation der Nebenkosten kann der Vermieter selber vornehmen.  © Riki1979 at de.wikipedia

Beim Abschluss eines Mietvertrages orientieren sich die meisten Mieter an der vereinbarten Bruttomiete bzw. am Quadratmeterpreis der Bruttomiete (Bruttomiete geteilt durch Quadratmeter der Wohnung). Für Vermieter ist es daher vorteilhaft, wenn diese Werte knapp unter einer magischen Grenze liegen. Die monatlich zu zahlende Miete setzt sich aus der Nettomiete und einer Vorauszahlung auf die Mietnebenkosten zusammen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Bestimmung der Vorauszahlung auf die Mietnebenkosten nicht realistisch ausfallen muss (Aktenzeichen VIII ZR 195/03). Daher haben die Vermieter bei der Gestaltung der Vorauszahlungen bzw. der Bruttomieten erhebliche Möglichkeiten, einen günstigen Bruttomietpreis festzulegen.

Im vorliegenden Fall hatte der Vermieter die Vorauszahlungen auf die Nebenkosten auf nicht realistische 50 Prozent der Gesamtkosten festgelegt. Auch dies fand die Zustimmung des Bundesgerichtshofs, der sogar entschied, dass der Vermieter nicht verpflichtet ist, überhaupt eine Kalkulation der Mietnebenkosten vorzunehmen. Im äußersten Fall könnte dies bedeuten, dass der Vermieter einen reinen Nettomietvertrag abschließt und erst im Nachhinein die Abrechnung der Mietnebenkosten vornimmt. Allerdings sollte man es sich als Vermieter gut überlegen, diesen Weg zu gehen. Denn hohe Nachzahlungen auf die Mietnebenkosten verärgern und verunsichern die Mieter, die dann auch schneller kündigen, um ihre Immobilie bei einem Vermieter zu mieten, der mit den Nebenkosten realistisch umgeht.

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Quelle: http://www.immobilienscout24.de/de/umzug/ratgeber/mietvertrag/urteile-mietvertrag/niedrige-vorauszahlungen.jsp